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Ich telefoniere gerne mit Ihnen!

Ich telefoniere gerne mit Ihnen!

Im Arbeitsleben gibt es angenehme und weniger angenehme Tätigkeiten. Routinearbeit, Aufgaben mit Sahnehäubchen….. Hand aufs Herz: Machen Sie wirklich ALLES gern? Doch eher nicht – wohl dem, der hier „Ja“ sagen kann. Der ist wohl die Ausnahme…

Über die langweiligen Tätigkeiten zu schreiben, wäre langweilig. Lieber erzähle ich Ihnen über das, was ich so richtig gerne tue: Mit Ihnen telefonieren! Einen nicht unbeträchtlichen Teil meiner Arbeitszeit verbringe ich mit Ihnen: Ich beantworte Ihre eMails und Ihre Fragen am Telefon.

Wer ruft an?

Es ist so, wie schon Forrest Gump im gleichnamigen Film weiß: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt...“ Wenn mein Telefon klingelt, weiß ich nicht, was ich kriege. Ruft mich ein älterer Herr aus Norddeutsch­land an, den ich innerhalb von 60 Sekunden mit einem Aktivierungscode glücklich machen kann? Ist es der Inhaber einer Musikschule, der ein speziell auf ihn zugeschnittenes, handgestricktes Updateangebot braucht? Ist es ein Österreicher (bei dem ich zugegebenermaßen sehr die Ohren spitzen muss, um ihn zu verstehen…), der daran verzweifelt, dass sich die Taktstriche seiner Partitur eigenständig verschieben (Anm.: Füllpausen abschalten!)? Ist es eine Dame, die das Gespräch damit beginnt: „Ich kenne mich überhaupt nicht am Computer aus. Meinen Sie, dass ich trotzdem mit Ihrem Programm arbeiten kann?“ Wunderbar! In den meisten Fällen kann ich helfen. Manchmal verweise ich auf unsere Hotline. Dort sitzen die Kolleginnen, die sich bis ins Detail mit unseren Programmen und deren Bedienung auskennen.

Die allermeisten von Ihnen sind sehr freundlich und gut gelaunt, gelegentlich höre ich das Lob, dass „bei uns ja noch echte Menschen arbeiten, die man Dinge fragen kann“ (Selten kommen Beschwerden, dass man bei uns schlecht durchkommt. Ja, das ist leider gelegentlich so. Das liegt aber auch daran, dass meine Grundeinstellung ist, Zeit für Sie zu haben. Und wenn Sie mir nach dem Aktivierungscode noch erzählen, woran Sie gerade musikalisch arbeiten, finde ich das spannend und höre mir das gerne bis zu Ende an.)

Wenn doch mal einer von Ihnen wütend, aufgebracht oder laut wird, dann versuche ich, Verständnis aufzubringen. Sicher, wenn die Vorversion zu alt für ein Update­angebot ist, kann ich daran nichts ändern. Aber dass Sie sich darüber ärgern – na, das kann ich doch nachvollziehen!

Alles Menschliche kommt mir am Telefon unter. Hörbehinderte Menschen, für die eine telefonische Aktivierung eine große Schwierigkeit darstellt, Witwen, die mir mitteilen, dass der Mann und capella-Nutzer verstorben sei und die Software weitervererbt wurde, Schüler, bei denen ich nicht weiß, ob ich schon „Sie“ oder noch „Du“ sagen soll…

Lustig ist es auch manchmal…

Immer wieder einmal kommt es vor, dass ich auflege und erstmal herzlich lache. Da habe ich einen Musikerwitz erzählt bekommen oder musste die Einladung eines dankbaren Aktivierers zum Kaffeetrinken ablehnen! Oder ich höre nach einer Beratung große Begeisterung auf schwäbisch: „Du bischt die Beschde! Du bischt echt gwaltig!“

Und dann noch die Post

Auch im Bereich eMails und Briefpost gibt es nette Begebenheiten und Dinge, die mich schmunzeln lassen. Das ist das Salz in der Suppe meines Arbeitsalltags. Wenn eine Bestellung auf Ostergrußkarte eintrifft, eine Barzahlung, bei der die beiden Münzen in ein sorgfältig mit Aussparungen versehenes Stück Pappe gedrückt wurden, ein Dankesbrief mit Foto, dann wird mir sehr klar, wie froh ich sein kann, in meinem Beruf Kontakt zu vielen Menschen zu haben.

Und wenn Sie es nicht respektlos finden (gemeint ist es jedenfalls liebevoll und augenzwinkernd), dann stelle ich Ihnen eine Auswahl der entzückendsten Versprecher und Verschreiber vor:

„Ich habe Probleme mit der Sicherungsverwahrung“ (Erstellen einer Sicherungskopie?)

„Können Sie mich aktivieren?“

„Ich arbeite noch mit Windows XL“

„Ich nenne Ihnen mal Lizenzdaten und Abwehrcode“ (gemeint ist der Hardwarecode)

„Ich brauche eine Demo-Vision“

„Ich möchte gerne telefonisch avisieren“

„capella ist nun für diesen Computer dauerhaft aktiviert. Ich bin Ihnen dauerhaft dankbar!“

„Das Programm macht nicht das, was ich will! Was muss ich tun?“ (kurze eMails sind wunderbar, aber so kurz?!)

Und dann war da noch die Tischreservierung fürs Rouladenbuffet am Samstagabend, zwei Personen, 20.00 Uhr (da hatte sich nur jemand verwählt – ich habe auch keine Tischreservierung angenommen!).

Bis bald am Telefon!

21. Mai 2015, von Christiane Forst-Reuter

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