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tonica goes pop

tonica goes pop!

In den vergangenen Jahren kam von tonica-Nutzern und -Interessenten immer häufiger die Frage, warum tonica denn in allen möglichen Stilen (von Barock bis Jazz) und Formen (vom einfachen Tonsatz bis zur Fuge) komponieren kann, aber keine Funktionen zum Erstellen von Pop-Songs anbietet. Auf den ersten Blick betrachtet sind U-Musik-Stile ja eher einfacher gestrickt als ihre Vorfahren aus dem Bereich der Klassik und des Jazz. Die Harmonisierung ist im Allgemeinen einfacher und auch formal liegt den meisten Pop-Songs ein festes, häufig 4-taktiges Formschema zugrunde.

Es gibt jedoch zwei wichtige Unterschiede: Zum einen ist in der klassischen Musik normalerweise die Melodie die Grundlage der Komposition. Eine Melodie oder ein Thema wird mit einer harmonisch mehr oder weniger komplexen Begleitung versehen oder dient dann als Ausgangspunkt beispielsweise für eine oder mehrere Variationen oder für eine Fuge. Im Pop und Jazz ist es hingegen andersherum – hier sind eher Form und Harmonik vorgegeben (z. B. als Lead Sheet), und zu dieser Vorgabe wird dann eine passende Melodie erfunden. Zum anderen ist die Harmonik in Pop-Stilen, eben weil sie einfacher ist, auch weniger charakteristisch als in den verschiedenen Epochen (z. B. Barock, Klassik und Romantik) der klassischen Musik. Als Beispiel hier folgende, von tonica ausgesetzte Harmoniefolge (vorgegeben waren Akkordsymbole und Basstöne):

Die Harmoniefolge

Diese sich wiederholende Harmoniefolge klingt ganz hübsch, aber nicht sonderlich spektakulär. Viel wichtiger als die Harmonik ist die Begleitung, insbesondere deren Rhythmus. Hier kommen sogenannte Begleitmuster (Patterns) ins Spiel. Mit einem einprägsamen Begleitmuster und dem passenden Tempo klingt das schon recht vielversprechend:

Das Pattern

Jetzt noch eine einfach gestrickte, aber rhythmisch (oder auch melodisch) prägnante Melodie darüber:

...und Melodie dazu

Damit ist dank tonica die Basis für den Popsong gelegt. Hübsch arrangieren (mit passenden Instrumenten und einem/r brauchbaren Sänger/in) und fertig ist der Megahit.

In der neuen tonica-Version 12.0 haben wir daher einige Erweiterungen vorgenommen, um den unterschiedlichen Anforderungen an Pop- und Unterhaltungsstile gerecht zu werden. Die neue Funktion „Begleitmuster“ erzeugt jetzt rhythmisch und melodisch einprägsame Patterns in einem auswählbaren Begleitstil. Als Begleitstile stehen in der Version 12.0 Tanzstile (Walzer, Slowfox, Tango, Salsa) sowie Rock ‘n‘ Roll und zwei unterschiedliche Rock-Patterns zur Auswahl. Weitere Begleitstile sind geplant. Die Vorgabe einer Melodie ist dabei nicht mehr erforderlich. Trotzdem bleibt tonica seinem modularen Ansatz, dass die unterschiedlichen musikalischen Parameter wie Melodie, Harmonik und Begleitung unabhängig voneinander definierbar sind, treu: So kann man beispielsweise auch zu einer gegebenen Melodie Begleitmuster hinzufügen oder die Harmonien des Begleitmusters beliebig variieren.

Der zweite Baustein der neuen tonica-Version ist ein Pop-Harmonisierungsstil, der mit über 1000 typischen Harmoniefolgen aus dem Bereich der Popmusik trainiert wurde. Der neue Popstil erzeugt Harmonien, die einfacher sind als die des Jazzstils, und typische Wendungen wie beispielsweise plagale Harmoniewechsel (z. B. I – IV – I). Ergänzt wird der Popstil durch „poppige Kadenzen“, die an beliebigen Stellen der Komposition eingefügt werden können.

Um das akustische Ergebnis noch überzeugender zu gestalten, lassen sich mit der Auswahl des Begleitstils auch Tempo, Begleitinstrumente und Harmonisierungsrhythmus anpassen:

Bei Popstilen gibt es üblicherweise deutlich weniger Harmoniewechsel als in der klassischen Musik. Mit der Wahl eines größeren Harmonisierungsrhythmus kann dieser Unterschied berücksichtigt werden. Die richtige Wahl des Tempos und der Begleitinstrumente ist ebenfalls wichtig, um den Stil zu treffen – tonica bietet für jeden Begleitstil passende Voreinstellungen an.

Jetzt heißt es nur noch: Selber machen und den nächsten Hit landen!

3. Dezember 2014, von Dr. Dominik Hörnel

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